Windscribe und ProtonVPN sind die zwei großzügigsten Gratis-VPNs am Markt, verteilen ihre Großzügigkeit aber unterschiedlich. Der eine gibt unbegrenzte Daten bei weniger Servern. Der andere gibt mehr Server bei einem Datenlimit. Hier die Antwort, welcher wirklich schützt.

Gratis-Tarif: unbegrenzte Daten gegen mehr Kontrolle

Der Gratis-Plan von ProtonVPN hat kein Datenlimit. Man bekommt ein Gerät, Server in fünf Ländern (USA, Niederlande, Japan und zwei weitere) und eine gedrosselte Geschwindigkeit im Vergleich zu den bezahlten Tarifen, dafür lässt sich der Zugang dauerhaft nutzen, ohne je an eine Grenze zu stoßen.

Windscribes Gratis-Plan deckelt bei 10 GB pro Monat (2 GB, wenn man den E-Mail-Bestätigungsschritt überspringt, nach Bestätigung sind es 10 GB). Dafür gibt es Zugriff auf rund zehn Serverstandorte, mehr als bei ProtonVPNs Gratis-Tarif, plus R.O.B.E.R.T., den eingebauten Werbe- und Malware-Blocker, der auch im kostenlosen Plan funktioniert.

Die eigentliche Frage ist, welcher Gratis-Nutzer man ist. Wer ein VPN den ganzen Monat im Hintergrund laufen lassen will, ohne Limit, für den gewinnt ProtonVPN klar. Wer je nach Aufgabe den Standort wechseln will und mit einem Datenbudget leben kann, bekommt bei Windscribe mehr geografische Flexibilität.

Bezahlte Tarife: Preise und Gegenwert

KriteriumWindscribeProtonVPN
Gesamtwertung3,8/54,3/5
Preis 1 Monat9,00 $9,99 $
Jahrestarif (pro Monat)5,75 $3,99 $
ZweijahrestarifNicht verfügbar71,76 $ gesamt
Datenlimit Gratis-Tarif10 GB/MonatUnbegrenzt
Länder im Gratis-Tarif~105
Geräte im Gratis-TarifUnbegrenzt1
JurisdiktionKanada (Five Eyes)Schweiz (außerhalb 14 Eyes)
No-Logs-AuditNicht unabhängig geprüftJa, KPMG
Max. Geräte gleichzeitig (bezahlt)Unbegrenzt10
WireGuard-UnterstützungJaJa
StreamingGutSehr gut (Netflix)

Der Jahrestarif von ProtonVPN ist klar das bessere Angebot: 3,99 $/Monat gegenüber 5,75 $/Monat bei Windscribe, und Proton bietet zusätzlich einen Zweijahrestarif für 71,76 $ insgesamt, den Windscribe gar nicht führt. Wenn der Preis entscheidet, gewinnt ProtonVPN bei jeder Laufzeit.

Windscribes größter Vorteil liegt bei den Geräten. Selbst im Gratis-Plan lassen sich unbegrenzt viele Geräte verbinden, während ProtonVPN Gratis-Nutzer auf ein Gerät und bezahlende Nutzer auf 10 begrenzt. Für einen Haushalt, der ein VPN auf jedem Handy, Laptop und Streaming-Stick laufen lässt, zählt diese unbegrenzte Geräteanzahl mehr als ein paar Dollar Preisunterschied im Monat.

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Jurisdiktion: die Schweiz schlägt Kanada auf dem Papier

ProtonVPN operiert von der Schweiz aus, einem Land mit starken verfassungsrechtlichen Datenschutzgarantien und ohne Mitgliedschaft in den Five-, Nine- oder Fourteen-Eyes-Überwachungsallianzen. Schweizer Gerichte haben eine Geschichte darin, ausländischen Datenanfragen zu widerstehen.

Windscribe sitzt in Kanada, einem Five-Eyes-Mitglied. Das heißt nicht automatisch, dass Daten weitergegeben werden, aber Windscribe operiert unter einem rechtlichen Rahmen, den die Schweiz nicht teilt, und das ist ein realer Faktor, wenn Jurisdiktion Teil des eigenen Bedrohungsmodells ist.

Audits: ProtonVPN hat Beweise, Windscribe einen Transparenzbericht

Hier wird der Abstand größer. Die No-Logs-Politik von ProtonVPN wurde unabhängig von KPMG geprüft, und die ProtonVPN-Apps sind Open Source, sodass Sicherheitsforscher den Code direkt einsehen können.

Windscribe veröffentlicht einen Transparenzbericht und erklärt in den Nutzungsbedingungen, keine Aktivitäten zu loggen, hat diese Aussage aber bis 2026 nicht durch ein unabhängiges Audit bestätigen lassen. Das beweist nicht, dass Windscribe lügt, bedeutet aber, dass man dem Wort des Unternehmens vertraut statt einem externen Prüfer.

Wem eine verifizierte No-Logs-Aussage wichtig ist (und für viele, die recherchieren, ob ProtonVPN Logs führt, ist das klar der Fall), hat ProtonVPN derzeit die stärkere Beweislage.

Geschwindigkeit und Protokolle

Beide unterstützen WireGuard, OpenVPN und IKEv2, und beide sind für Alltagssurfen und Streaming in den bezahlten Tarifen schnell genug. ProtonVPN erreicht in unserer Datenbank 5/5 bei der Geschwindigkeit dank des WireGuard-basierten Stealth-Protokolls und der größeren bezahlten Serverflotte. Windscribe ist solide, aber weniger konstant, besonders im Gratis-Tarif, wo die Serverlast höher ausfallen kann.

Streaming: ProtonVPN liegt bei Netflix vorn

Die bezahlten Tarife von ProtonVPN entsperren Netflix zuverlässig und laufen gut bei Prime Video und HBO Max, bei Disney+ und BBC iPlayer sind die Ergebnisse durchwachsener. Windscribe funktioniert gut bei Netflix und Disney+, bleibt aber bei Hulu, BBC iPlayer und Peacock inkonstant. Keiner der beiden ist ein spezialisiertes Streaming-VPN wie NordVPN, aber ProtonVPN ist die sicherere Wahl, wenn Netflix im Vordergrund steht.

Mobile Apps und Geräteverwaltung

Beide Anbieter erlauben unbegrenzte Geräte im bezahlten Tarif, aber die Ausgangslage im Gratis-Bereich unterscheidet sich deutlich. Windscribe lässt auch im kostenlosen Plan beliebig viele Geräte gleichzeitig verbinden, solange das monatliche 10-GB-Limit reicht. ProtonVPN begrenzt den Gratis-Zugang auf ein einzelnes Gerät, was für alle nutzbar bleibt, die nur ein Handy oder einen Laptop schützen wollen, aber schnell eng wird, sobald eine ganze Familie mitversorgt werden soll.

Für Android und iOS bieten beide solide, aktiv gepflegte Apps mit WireGuard-Unterstützung. Windscribes App wirkt technischer, mit sichtbaren Reglern für Firewall-Regeln und Split-Tunneling direkt in der mobilen Oberfläche. ProtonVPN hält die mobile App bewusst schlank und verlagert komplexere Einstellungen wie Secure Core eher auf Desktop-Nutzung.

Für Router-Nutzer bietet Windscribe eine Konfigurationsanleitung für gängige Modelle, während ProtonVPN sich stärker auf die eigenen Apps konzentriert und Router-Setups weniger detailliert dokumentiert. Wer ein ganzes Heimnetzwerk über einen einzigen VPN-Zugang absichern will, findet bei Windscribe also etwas mehr Unterstützung, auch wenn beide Anbieter grundsätzlich mit den gängigen Routerprotokollen kompatibel sind.

Bedienung

Windscribes Apps stecken voller Optionen: Split-Tunneling, eigene Firewall-Regeln, der R.O.B.E.R.T.-Blocker und ein Baukasten-Preismodell, bei dem man nur für gewünschte Funktionen zahlt. Diese Vielfalt bringt eine steilere Lernkurve für Einsteiger mit sich.

Die Oberfläche von ProtonVPN ist aufgeräumter und schneller verständlich, mit Secure Core (Traffic läuft vor dem Austritt über einen zweiten Proton-Server in einem datenschutzfreundlichen Land) als wichtigstem Profi-Feature. Wer ein VPN in zwei Minuten einrichten und danach vergessen will, ist bei ProtonVPN richtig. Wer gern an jeder Schraube dreht, bekommt bei Windscribe mehr zu tun.

Für wen sich Windscribe eignet

Unbegrenzte Geräte, auch im Gratis-Plan, sind wichtig. Mehr Länder ohne Zahlung werden gebraucht. Feinabstimmung wie eigene Firewall-Regeln und Baukasten-Preise gefällt. Eine unabhängig geprüfte No-Logs-Politik ist kein Ausschlusskriterium.

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Für wen sich ProtonVPN eignet

Ein dauerhaft nutzbarer Gratis-Tarif ohne Datenlimit wird gebraucht. Schweizer Jurisdiktion und eine verifizierte No-Logs-Politik sind wichtig. Der günstigere bezahlte Tarif mit Zweijahresoption zählt. Eine einfache App ist einer funktionsüberladenen lieber.

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FAQ

Welches Gratis-VPN ist besser, Windscribe oder ProtonVPN?

Das hängt vom Nutzungszweck ab. Windscribe gibt 10 GB pro Monat und Zugriff auf rund zehn Länder, praktisch, wenn man den Server selbst wählen will. ProtonVPN hat kein Datenlimit, begrenzt aber auf fünf Länder und ein Gerät, besser für dauerhaften Grundschutz.

Ist ProtonVPN privater als Windscribe?

Auf dem Papier ja. ProtonVPN sitzt in der Schweiz, außerhalb der Fourteen-Eyes-Allianz, und die No-Logs-Politik wurde von KPMG geprüft. Windscribe sitzt in Kanada, einem Five-Eyes-Land, und hat 2026 noch kein unabhängiges No-Logs-Audit vorzuweisen.

Speichert Windscribe Daten?

Windscribe veröffentlicht einen Transparenzbericht und behauptet, keine Aktivitäten zu loggen, aber diese Aussage wurde bisher nicht unabhängig geprüft. Die No-Logs-Politik von ProtonVPN dagegen wurde von KPMG bestätigt, ein Unterschied, der für datenschutzbewusste Nutzer zählt.

Ist Windscribe oder ProtonVPN günstiger?

Der Jahrestarif von ProtonVPN kostet umgerechnet 3,99 $/Monat (47,88 $ bei jährlicher Abrechnung). Windscribes Jahrestarif kostet 5,75 $/Monat (69 $ jährlich) und bietet keine Zweijahresoption. ProtonVPN ist damit günstiger und hat zusätzlich einen Zweijahrestarif für 71,76 $.

Unser Urteil

Für die meisten Nutzer ist ProtonVPN die sicherere Standardwahl: ein Gratis-Tarif ohne Datenlimit, eine geprüfte No-Logs-Politik, Schweizer Jurisdiktion und der günstigere bezahlte Tarif. Windscribe lohnt sich, wenn gezielt unbegrenzte Geräte im Gratis-Plan, mehr kostenlose Länder oder feine Kontrollen wie eigene Firewall-Regeln gefragt sind und ein Transparenzbericht statt eines unabhängigen Audits ausreicht.

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