Die VPN-Branche wirkt kompetitiv. Dutzende Marken, jede mit eigenem Marketing, Preispunkten und Datenschutz-Behauptungen. Die Realität ist anders: Eine Handvoll Holdings besitzt die meisten Marken, die Sie kennen, und mehrere dieser Firmen haben eine Geschichte, die man kennen sollte. Das zählt beim VPN besonders, weil Sie dem Anbieter Ihren Internetverkehr anvertrauen. Wer die Firma letztlich kontrolliert, bestimmt, was passiert, wenn eine Regierung, ein Regulierer oder ein Käufer anklopft.

Kape Technologies: vier große Marken, eine Firma

Kape Technologies ist eine britisch-israelische Firma. Kape besitzt ExpressVPN (2021 für 936 Millionen Dollar gekauft), CyberGhost (2017), Private Internet Access (2019) und ZenMate (2018). Diese vier Marken konkurrieren in VPN-Tests gegeneinander, während sie derselbe Konzern führt. Kape wurde 2023 für rund 1,5 Milliarden Dollar von der Börse genommen. Die Historie: Kape hieß früher Crossrider und betrieb 2012 bis 2018 eine Plattform zur Verteilung von Adware und Browser-Hijackern. 2018 folgte die Umbenennung und der Schwenk zu Cybersecurity. Das macht die VPNs nicht automatisch unsicher (alle haben Audits), aber die Geschichte ist relevanter Kontext.

Nord Security: drei Marken, eine litauische Mutter

Nord Security besitzt NordVPN (in Panama eingetragen), Surfshark (2022 fusioniert) und Atlas VPN (2023). Nord Security sitzt in Litauen (EU), auch wenn NordVPN unter panamaischem Recht operiert. Das schafft eine geschichtete Struktur: das Produkt unter Panama-Jurisdiktion, die Mutter unter EU-Recht. NordVPNs sechs aufeinanderfolgende No-Logs-Audits (zuletzt Deloitte Dezember 2025) und RAM-Only-Infrastruktur sind der stärkste technische Beweis, dass die Datenschutz-Behauptungen unabhängig von der Struktur darüber halten.

Ziff Davis: Medienkonzern trifft VPN-Imperium

Ziff Davis besitzt IPVanish, StrongVPN, Encrypt.me und SaferVPN, dazu PCMag und Mashable, die VPN-Tests veröffentlichen. Der Interessenkonflikt ist offensichtlich: dieselbe Firma veröffentlicht VPN-Rankings und besitzt mehrere gerankte VPNs. IPVanish und StrongVPN sind US-basiert, ein Jurisdiktions-Bedenken. IPVanish gab 2016 Nutzerprotokolle heraus, trotz damaliger No-Logs-Behauptung, hat seither den Eigentümer gewechselt und die Praktiken überarbeitet, aber der Vorfall ist dokumentiert.

Unabhängige VPNs: die kürzere Liste

Mullvad: privat, Göteborg, keine externen Investoren, kein Konzern. ProtonVPN: Proton AG (auch ProtonMail), signifikant investiert, aber unabhängig und transparent. IVPN: kleiner unabhängiger Anbieter. Windscribe: kanadisch, privat. Unabhängigkeit garantiert keinen besseren Datenschutz, bedeutet aber keine Muttergesellschaft, deren Interessen über die Zeit vom Nutzer-Datenschutz abweichen könnten.

Warum das in der Praxis zählt

Erstens kann eine Holding mit Betrieben in mehreren Ländern Rechtsforderungen mehrerer Regierungen unterliegen, selbst wenn das Produkt in einem datenschutzfreundlichen Land sitzt. Eine Regierung, die keine Daten von NordVPN Panama bekommt, könnte Nord Security Litauen unter Druck setzen. Zweitens kann sich das Eigentum ohne Vorwarnung ändern. Als Kape 2021 ExpressVPN kaufte, fanden sich Nutzer, die es wegen der BVI-Jurisdiktion und Unabhängigkeit gewählt hatten, plötzlich unter einer Firma mit anderer Geschichte. Das Produkt änderte sich nicht über Nacht, das Risikoprofil schon.

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Unser Urteil

Die meisten VPN-Marken gehören Kape Technologies, Nord Security oder Ziff Davis. Das zu wissen macht die Produkte nicht unbrauchbar, sollte aber prägen, wie Sie ihre Datenschutz-Behauptungen bewerten. Für maximale Unabhängigkeit vom Konsolidierungsrisiko sind Mullvad und ProtonVPN die saubersten Optionen. Für alle anderen: verstehen Sie, wem Sie was anvertrauen und warum. Diese Seite hat keine Eigentumsbeziehung zu einem Anbieter, unsere Wertungen kommen aus Tests, nicht aus Provisionssätzen.

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