“No-Logs” ist die meistgenutzte Marketing-Behauptung der VPN-Branche. Jeder Anbieter sagt es. Die, die es ernst meinen, haben die Auditberichte zum Beweis. Dieser Artikel deckt nur VPNs ab, die mindestens ein glaubwürdiges unabhängiges Audit ihrer No-Logs-Behauptungen durchlaufen haben. Wir ranken nicht nach Richtlinientexten, sondern danach, was unabhängige Prüfer an Live-Produktionssystemen fanden.
Warum No-Logs-Audits zählen
Ein Anbieter, der keine Nutzerdaten sammelt, hat nichts an Behörden, Datenhändler oder Hacker herauszugeben. Aber ein Versprechen auf einer Webseite kostet nichts. Audits kosten echtes Geld, bergen Reputationsrisiko bei Fundstellen und produzieren prüfbare Dokumentation. Der Unterschied zwischen einer geprüften und ungeprüften No-Logs-Behauptung ist der zwischen einem mündlichen Versprechen und einem Vertrag.
Stufe 1: am umfassendsten geprüft
NordVPN (4,6/5), sechs unabhängige No-Logs-Audits. NordVPN hält den Rekord unter Verbraucher-VPNs. Die Historie umfasst No-Logs-Prüfungen von Deloitte und PwC über mehrere Jahre, einen Penetrationstest von Cure53 und eine ISO-27001-Zertifizierung. Das jüngste Deloitte-Audit prüfte Produktionsserver auf Log-Aufbewahrung, Verbindungs-Metadaten und Zeitstempel. Die Prüfer fanden nichts. NordVPN veröffentlicht die vollen Berichte. Panama-Jurisdiktion bedeutet keine Unterwerfung unter EU-Vorratsdatenspeicherung oder US National Security Letters.
ProtonVPN (4,2/5), vier No-Logs-Audits plus SOC 2. ProtonVPN absolvierte vier aufeinanderfolgende No-Logs-Audits, jedes an Live-Infrastruktur statt an Dokumentation. 2026 kam eine SOC-2-Typ-II-Zertifizierung hinzu, die Sicherheitskontrollen über einen längeren Zeitraum prüft. Die Schweizer Jurisdiktion bietet gesetzlichen Schutz vor geheimen Datenanfragen.
Stufe 2: gut geprüft, weniger Reviews
Mullvad (4,2/5), vier Cure53-Audits. Geprüft wurden Client-Apps, Browser-Erweiterung und Infrastruktur. Dazu kam 2023 der reale Test, als die schwedische Polizei Server beschlagnahmte und mit leeren Händen ging, der glaubwürdigste mögliche Beweis, weil er unter echten Durchsetzungsbedingungen geschah.
| Anbieter | Wertung | Audits | Prüfer | Jurisdiktion |
|---|---|---|---|---|
| NordVPN | 4,6/5 | 6+ | Deloitte, Cure53, PwC | Panama |
| ProtonVPN | 4,2/5 | 4 + SOC 2 | Securitum | Schweiz |
| Mullvad | 4,2/5 | 4 | Cure53 | Schweden |
| Surfshark | 4,1/5 | 2 | Cure53 | Niederlande |
| ExpressVPN | 3,7/5 | 2 | KPMG | BVI |
| IPVanish | 3,6/5 | 2 | Schellman | USA |
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Surfshark (4,1/5), zwei Cure53-Audits. Das jüngste (2023) deckte Infrastruktur und Client-Apps ab, dazu eine ISO-27001-Zertifizierung. Die geringere Audit-Frequenz ist die Hauptgrenze. ExpressVPN (3,7/5), zwei KPMG-Audits. Echt (KPMG ist eine Big-Four-Firma), aber seltener als bei Konkurrenten, und das Kape-Eigentum bleibt für manche ein Bedenken.
Anbieter, die wir hier nicht empfehlen können
Mehrere große VPNs machen No-Logs-Behauptungen ohne unabhängige Audits. CyberGhost veröffentlicht vierteljährliche Transparenzberichte, nützlich, aber kein Ersatz für unabhängige Tests (letztes aussagekräftiges Audit 2012). PIA veröffentlicht Open-Source-Client-Code, was den Client prüfbar macht, nicht aber die Server (dafür hat PIA allerdings einen gerichtlich getesteten Track Record). Für Nutzer, die gezielt auditierte Behauptungen wollen, qualifizieren sie sich hier nicht.
NordVPN und ProtonVPN sind die klarsten Wahlen für alle, die unabhängig geprüfte No-Logs-Richtlinien über alles stellen. Mullvads realer Polizeitest ist mehr wert als jedes Papier-Audit. Surfshark und ExpressVPN sind glaubwürdig, aber weniger umfassend getestet. Jedem Anbieter ohne mindestens ein unabhängiges Audit sollte man keinen sensiblen Verkehr anvertrauen.
Weiterlesen: Bestes VPN für Datenschutz 2026 und Mullvad Testbericht 2026.