Ein Raspberry Pi ist die günstigste Netzwerk-Infrastruktur, die Sie je besitzen werden, und VPN-Arbeit gehört zu dem, was er am besten kann. Für den Preis einer Pizza und einen Abend Einrichtung wird ein Pi zum Heim-VPN-Gateway, zum werbeblockierenden DNS-Server oder zu Ihrer persönlichen verschlüsselten Tür zurück ins Heimnetz. Drei Projekte verbergen sich hinter “VPN auf einem Pi”.

Projekt 1: der Pi als VPN-Gateway

Die Idee: Der Pi verbindet sich mit Ihrem kommerziellen VPN-Anbieter und teilt diesen Tunnel mit anderen Geräten, als winziger VPN-Router. Geräte ohne VPN-App (TVs, Konsolen, IoT) routen über den Pi und erben den Schutz. In der Praxis: den Linux-Client des Anbieters oder eine WireGuard-Config installieren, IP-Weiterleitung aktivieren, gewählte Geräte auf den Pi als Gateway zeigen lassen. Die Leistung ist die Planungsfrage: ein Pi 4 oder 5 schiebt WireGuard mit Hunderten Mbit/s, ältere Pis bremsen stark. Wann das einen VPN-Router schlägt: Sie wollen Kontrolle pro Gerät oder Ihr ISP-Router lässt sich nicht flashen.

Projekt 2: der Pi als Ihr eigener VPN-Server

Die umgekehrte Richtung, und das Projekt, das die meisten eigentlich wollen: WireGuard-Server-Software (PiVPN macht die Installation fast automatisch) auf dem Pi zu Hause, und Ihr Handy oder Laptop verbindet sich von überall zurück. Sie bekommen einen verschlüsselten Tunnel zu Ihrem eigenen Haus: Ihr Verkehr tritt aus Ihrer Heim-IP aus, Ihre Heim-Dienste (NAS, Home Assistant, Media-Server) werden sicher erreichbar, und das Café-WLAN sieht nur Rauschen. Was das gibt, das kommerzielle VPNs nicht bieten: Zugriff auf Ihr eigenes Netz und eine Exit-IP, die wirklich Ihre ist (Banken lieben das, die kostenlose Version einer dedizierten IP). Was es nicht bietet: Standortwechsel, Anonymität oder Schutz vor der Sicht Ihres Heim-ISP. Voraussetzungen: eine öffentliche IP oder funktionierende NAT-Traversierung (CGNAT erschwert das Selbst-Hosten), ein weitergeleiteter Port und dynamisches DNS bei wechselnder IP.

Die vollständige Anleitung dazu, Befehl für Befehl, von der Installation über die Absicherung bis zu DDNS und Pi-hole, gibt es in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zu WireGuard auf dem Raspberry Pi.

Projekt 3: Pi-hole plus VPN

Pi-hole, der berühmteste Pi-Job, blockiert Werbung und Tracker auf DNS-Ebene fürs ganze Netz. Mit einem der obigen Projekte kombiniert stapelt es sich: läuft Pi-hole neben dem WireGuard-Server, bekommt Ihr Handy im Ausland Heim-Werbeblockierung durch den Tunnel. Neben dem Gateway-Setup bekommt der TV ein kommerzielles VPN plus netzwerkweite Werbeblockierung. Ein Pi 4 oder 5 stemmt beide Lasten ohne Mühe.

Ehrliche Abrechnung: DIY gegen Abo

Die Pi-Projekte ersetzen verschiedene Scheiben eines kommerziellen VPN. Sie ersetzen es voll für sicheren Fernzugriff aufs Heim und für vertrauenswürdige Exit-Identität. Sie berühren nicht die Jobs, die fremde Server brauchen: Geo-Wechsel in andere Länder, IP-Anonymität in der Menge und No-Logs-Jurisdiktions-Spiele, die Abo-Territorium bleiben. Die Setups kombinieren sich sauber: ein kommerzieller Anbieter für die weltgewandten Jobs (NordVPNs Linux-Client läuft glücklich auf demselben Pi) und Ihre eigene WireGuard-Tür für die heimgewandten.

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Die Bauliste und erste Schritte

Hardware: Pi 4 oder 5 (2 GB reichen), ordentliche SD-Karte oder USB-SSD, Ethernet zum Router. Software fürs Server-Projekt: PiVPN mit dem Ein-Zeilen-Installer, WireGuard wählen, einen DDNS-Hostnamen hinzufügen, ein Profil pro Gerät erzeugen, den QR-Code mit der WireGuard-App scannen. Beenden Sie wie jedes Projekt mit einem Leaktest von einem Client-Gerät. Wartung: monatliches apt-Upgrade (zehn Minuten), das Config-Verzeichnis einmal sichern (eine tar-Zeile, aus einer toten Karte wird eine 20-Minuten-Wiederherstellung), und den DDNS-Client überwachen, wenn Ihr ISP die Adresse oft wechselt.

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Unser Urteil

Ein Raspberry Pi verdient seinen Platz in der VPN-Geschichte auf drei Wegen: Gateway für Geräte, die Apps nicht erreichen, persönlicher WireGuard-Server für den Weg nach Hause, und Pi-hole-Begleiter für netzwerkweite Blockierung. Er ersetzt ein kommerzielles VPN für den Selbstzugriff und ergänzt eines für alles andere. Die Paarung, nicht die Rivalität, ist das reife Setup. Unter den Heimlabor-Projekten zahlt dieses ab Woche eins Miete.

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