VPN-Speedtests macht man leicht falsch. Ein einzelner Test, verglichen mit dem ungeschützten Tempo, und der Schluss “das VPN bremst mich um X Prozent” gibt Ihnen eine Zahl, aber keine nützliche Information. Was zählt, ist, ob das Tempo für Ihren Zweck reicht und ob der Verlust vom VPN oder etwas anderem kommt.
Was Sie eigentlich messen
Drei Faktoren beeinflussen das VPN-Tempo. Verschlüsselungs-Overhead: Jedes Paket wird verschlüsselt, moderne Protokolle (WireGuard, NordLynx) reduzieren das stark gegenüber alten (OpenVPN, L2TP). Auf modernen Geräten vernachlässigbar. Server-Distanz: Je weiter der Server, desto mehr Latenz. London nach New York addiert rund 80 bis 100 ms, das ist unvermeidbar, die Lichtgeschwindigkeit durch Glasfaser. Server-Auslastung: Ein Server mit vielen Verbindungen hat weniger Kapazität pro Nutzer. Ihr eigentlicher Flaschenhals könnte Ihre Heimleitung sein, nicht das VPN.
Die korrekte Methodik
Schritt 1: Basis ermitteln. Das Internet-Tempo ohne VPN testen (Speedtest.net, Fast.com), dreimal, Ergebnisse mitteln, wenn möglich per Kabel. Drei Zahlen notieren: Download, Upload, Ping. Schritt 2: mit einem nahen Server verbinden, nicht mit einem fernen für den Basis-Vergleich, Sie wollen den Protokoll-Overhead messen, nicht die Geografie. Schritt 3: dieselben Tests durchs VPN auf demselben Test-Server, mitteln. Schritt 4: Erhaltung berechnen. VPN-Download durch Basis-Download teilen. 0,90 heißt 90 Prozent erhalten (10 Prozent Verlust). Über 0,85 ist gut für ein Premium-VPN. Schritt 5: für Ihren echten Zweck testen (wollen Sie einen UK-Netflix-Server, testen Sie einen UK-Server).
Referenzwerte
| VPN | Protokoll | nahe Erhaltung | UK aus EU | US aus EU |
|---|---|---|---|---|
| NordVPN | NordLynx | 95%+ | 90%+ | 75%+ |
| Surfshark | WireGuard | 88% | 82% | 68% |
| ProtonVPN | WireGuard | 90% | 85% | 70% |
| Mullvad | WireGuard | 91% | 84% | 70% |
| ExpressVPN | Lightway | 85% | 80% | 65% |
Auf einer 100-Mbit/s-Leitung liefert NordLynx meist 90 bis 97 Mbit/s auf einem nahen Server, fallend auf rund 75 bis 80 auf transatlantischer Verbindung. Ausreichend für jedes Streaming.
Langsames Tempo diagnostizieren
Zuerst das Protokoll wechseln. Auf OpenVPN? Auf WireGuard oder NordLynx, das verdoppelt oft das gemessene Tempo. Einen anderen Server im selben Land (verschiedene Auslastung). Das Gerät prüfen (ältere CPUs entschlüsseln nicht schnell genug, um eine schnelle Leitung zu sättigen). Das WLAN prüfen (5-GHz-Band gegen älteres 2,4 GHz, oder Kabel). Die Distanz prüfen (ein anderer Kontinent bringt inhärente Verlangsamung).
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Tempo gegen Latenz: je nach Zweck zählt anderes
Streaming braucht Durchsatz, verträgt Latenz (50 ms Ping mit 25 Mbit/s reicht für 4K). Gaming braucht niedrige Latenz mehr als Durchsatz (verbinden Sie einen Server nahe dem Spielserver). Videocalls brauchen symmetrischen Durchsatz und niedrige Latenz. Downloads profitieren von Durchsatz und sind latenz-unempfindlich.
Testen Sie das VPN-Tempo mit der richtigen Methodik: zuerst die Basis, dann VPN auf einem nahen Server, dann auf dem tatsächlich genutzten. Das Protokoll zählt am meisten: auf WireGuard oder NordLynx wechseln, bevor Sie das VPN für langsam halten. Bleibt das Tempo nach Optimierung unter 80 Prozent der Basis auf einem nahen Server, ist das ein Signal, einen anderen Anbieter zu probieren.
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