ProtonVPN kommt vom selben Team wie ProtonMail, und Datenschutz ist hier echtes Fundament, kein Marketing-Etikett. Die Schweizer Jurisdiktion, die Open-Source-Apps und die Secure-Core-Architektur machen es zu einem der technisch glaubwürdigsten VPNs überhaupt. Ob es das richtige für Sie ist, hängt stark davon ab, wofür Sie es brauchen. Gesamtwertung: 4,2/5.

Geschwindigkeit: schnell, mit einer Einschränkung

Bei der Geschwindigkeit holt ProtonVPN 5/5. Normale Server liefern hervorragend, unabhängige Tests zeigen eine Geschwindigkeitserhaltung von über 90 Prozent auf WireGuard. Die Funktion VPN Accelerator kann das Tempo auf überlasteten oder weit entfernten Servern um bis zu 50 Prozent steigern.

Die Einschränkung: Secure-Core-Server sind deutlich langsamer. Secure Core leitet Ihren Verkehr durch datenschutzfreundliche Länder (Island, Schweiz, Schweden), bevor er ins offene Netz geht, was Latenz hinzufügt. Wer Secure Core für maximalen Schutz nutzt, sollte mit spürbar geringerem Tempo rechnen. Für normales Surfen und Streaming reichen die regulären Server problemlos.

Sicherheit: Spitzenklasse

ProtonVPN verschlüsselt standardmäßig mit AES-256 und nutzt einen RSA-4096-Handshake. Die Verschlüsselungswertung liegt bei 4/5, knapp unter Mullvad und NordVPN, weil zum Testzeitpunkt noch keine Post-Quantum-Verschlüsselung an Bord ist.

Der Leck-Schutz holt 5/5: Schutz gegen IP-, DNS-, WebRTC- und Datenlecks ist vollständig vorhanden. In der Geschichte von ProtonVPN ist kein Datenleck dokumentiert. Alle Apps sind Open Source, jeder kann den Code prüfen.

Secure Core ist das herausragende Sicherheitsmerkmal: Der Verkehr läuft über zwei Server in datenschutzfreundlichen Ländern, bevor er austritt. Das schützt vor kompromittierten Exit-Knoten, einer realen Bedrohung für Hochrisiko-Nutzer wie Journalisten oder Aktivisten.

No-Logs-Richtlinie: von KPMG geprüft

Die No-Logs-Richtlinie holt 5/5. Das jüngste Audit stammt von KPMG und ist öffentlich einsehbar. Proton betreibt durchgängig keine Protokollierung, und der Schweizer Hauptsitz bedeutet, dass Schweizer Recht über alle behördlichen Anfragen entscheidet. Der Schweizer Datenschutz gehört zu den stärksten weltweit.

Jurisdiktion: Schweiz

Die Schweiz gehört weder zu Five Eyes noch zu Nine oder Fourteen Eyes. Das Schweizer Recht verlangt von VPN-Anbietern keine Vorratsdatenspeicherung. Das ergibt 5/5 und ist einer der Hauptgründe, warum ernsthafte Datenschutz-Nutzer ProtonVPN gegenüber Anbietern aus den Niederlanden oder den USA bevorzugen.

Eine Nuance: 2021 musste Proton Mail nach einer Schweizer Gerichtsanordnung im Fall eines Klima-Aktivisten eine IP-Adresse erfassen. Proton hat seither eine strengere Politik eingeführt, die eine Schweizer Anordnung verlangt, bevor irgendeine Anfrage bearbeitet wird. VPN und Mail sind getrennte Produkte unter unterschiedlichen Rechtsregeln, aber der Vorfall ist es wert, ihn zu kennen.

Streaming: ordentlich, aber nicht Spitze

Beim Streaming holt ProtonVPN 3/5. Netflix (mehrere Kataloge) läuft zuverlässig, ebenso Amazon Prime Video. Disney+ und BBC iPlayer sind wechselhaft, Hulu unbeständig, Peacock unzuverlässig. Wer vor allem streamen will, fährt mit ExpressVPN oder NordVPN konstanter. Mehr dazu im besten VPN für Datenschutz 2026.

Funktionen

ProtonVPN unterstützt WireGuard, OpenVPN und IKEv2 sowie ein eigenes Stealth-Protokoll, das in restriktiven Ländern hilft. NetShield blockiert Werbung und Malware (5/5), Split-Tunneling ist an Bord, Tor over VPN läuft über dedizierte Tor-Server, und Port-Forwarding ist für Torrenting nützlich. Auf dem Plus-Plan sind zehn gleichzeitige Geräte erlaubt, auf dem kostenlosen Plan eines.

Der kostenlose Plan ist tatsächlich kostenlos, nicht durch Datenlimits verkrüppelt. Er beschränkt Sie auf Server in wenigen Ländern und ein Gerät, aber unbegrenztes Datenvolumen ohne Werbung machen ihn zu einer der wenigen vertrauenswürdigen Gratis-Optionen.

Preise

PlanMonatlichPro Monat (Jahresplan)
Free0 Euro0 Euro
VPN Plus9,99 Euro3,99 Euro
Proton Unlimited12,99 Euro7,99 Euro

Mit rund 47,88 Euro im Jahr liegt der Plus-Plan im Mittelfeld. Die Geld-zurück-Garantie gilt, aber Proton erstattet anteilig statt voll über 30 Tage, was ein echter Nachteil ist.

ProtonVPN testen (kostenloser Plan verfügbar)

Für wen ProtonVPN das richtige ist

ProtonVPN ist die beste Wahl für alle, die glaubwürdigen, geprüften Datenschutz wollen, ohne komplett auf Streaming zu verzichten. Besonders stark für Journalisten, Forscher und Aktivisten. Der kostenlose Plan ist zudem eine der wenigen seriösen Gratis-Optionen für Basisschutz ohne Kosten.

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Unser Urteil

ProtonVPN ist das vertrauenswürdigste Mainstream-VPN 2026. Schweizer Jurisdiktion, KPMG-Audit, Open-Source-Apps und Secure-Core-Architektur geben ihm ein Datenschutz-Fundament, das NordVPN und ExpressVPN nicht erreichen. Die Streaming-Grenzen und die anteilige Erstattung sind echte Nachteile. Für Datenschutz zuerst ist es die Top-Wahl, fürs Streaming ist NordVPN konstanter. Gesamt: 4,2/5.

Die Ökosystem-Frage

Proton VPN verkauft sich zunehmend als Teil der größeren Proton-Suite (Mail, Drive, Pass, Calendar), und das Bundle verschiebt die Rechnung für Datenschutz-Interessierte: Ein Abo ersetzt drei oder vier einzelne Datenschutz-Werkzeuge, mit dem VPN als Netzwerkebene eines stimmigen Stacks. Wer ProtonVPN direkt mit Einzel-VPNs vergleicht, sollte die Suite einpreisen, die er sonst zusammenstellen würde. Wer nur den Tunnel will, kann das Ökosystem ignorieren und das VPN am Test oben messen. Beide Lesarten sind fair, und der kostenlose Tarif bleibt der risikofreie Einstieg in beide.

Unsere Zahlen stammen aus dem Datensatz hinter unserem Vergleich. Proton liefert schnell aus, gerade die Streaming-Spalte lohnt einen Blick in die Tabelle zwischen den Testzyklen.

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