Private Internet Access und Surfshark bewegen sich in derselben Preisklasse und zielen auf denselben preisbewussten Käufer, kommen dort aber unterschiedlich an. In unserer Vergleichstabelle erreicht Surfshark 4,08/5 gegen 3,63/5 für PIA. Der Abstand ist real, kein Rundungsfehler. Das heisst aber nicht “Surfshark gewinnt überall”.

Das Fazit auf einen Blick

Surfshark gewinnt bei Transparenz, Jurisdiktion, Streaming-Zuverlässigkeit und Gesamtwert. PIA kontert mit besserem Langzeitpreis und konfigurierbareren Protokollen, und zieht bei dem Merkmal gleich, das sonst günstige von Premium-VPNs trennt: unbegrenzte gleichzeitige Verbindungen.

Für das rundere, besser geprüfte Produkt: Surfshark. Für den niedrigsten realistischen Preis, wenn eine US-Jurisdiktion dich nicht stört: PIA.

Kopf an Kopf im Vergleich

KriteriumPrivate Internet AccessSurfshark
Gesamtwert3,63/54,08/5
Tempo4/55/5
Protokolle5/54/5
JurisdiktionUSA, Five Eyes (3/5)Niederlande, Nine Eyes (4/5)
No-Logs-BelegGerichtlich getestet, ungeprüft (4/5)Geprüft von Cure53 (5/5)
Eigentümer-Transparenz1/5 (Kape Technologies)5/5 (vollständig offengelegt)
Bug BountyJa (Teilprogramm)Nein
Streaming3,5/54,5/5
Gleichzeitige GeräteUnbegrenztUnbegrenzt
WerbeblockerJa (5/5)Ja (5/5)
Monatspreis11,95 $15,45 $
Effektivpreis ~1 Jahr~3,33 $/Monat (39,95 $/Jahr)~3,33 $/Monat (59,76 $/Jahr)
2-Jahres-Preis79,00 $Aktuell kein Angebot
Geld-zurück-Garantie30 Tage30 Tage

Tempo und Streaming: Surfshark zieht vorbei

Surfshark erreicht ein klares 5/5 beim Tempo, unterstützt durch seine Nexus-Architektur, die Sitzungen über das gesamte Servernetz leitet statt sie an eine einzelne Maschine zu binden. PIA bleibt bei 4/5, immer noch schnell genug für 4K-Streaming und grosse Downloads, aber einen Schritt zurück bei Langstreckenverbindungen.

Diese Lücke setzt sich beim Streaming fort. Surfshark bewertet 4,5/5, mit konstantem Entsperren von Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video über mehrere Regionen. PIA bewertet 3,5/5, konkret als “Gut” statt “Sehr gut” bei Hulu und BBC iPlayer eingestuft. Steht das Freischalten fremder Kataloge im Vordergrund, ist Surfshark die sicherere Wahl.

Protokolle: PIA bleibt die konfigurierbarere Option

Hier führt PIA tatsächlich, 5/5 gegen 4/5 für Surfshark. PIA war schon immer die Wahl für Nutzer, die gerne selbst schrauben: einstellbare Verschlüsselung, Port-Wahl, und WireGuard wie OpenVPN mit feinen Einstellungen direkt in der App statt hinter einem einzigen “Automatik”-Schalter versteckt. Surfshark unterstützt dieselben Kernprotokolle, setzt aber stärker auf automatisches Protokoll-Switching, freundlicher für Einsteiger, weniger flexibel für Power-User.

Willst du deine Verbindung fein justieren, hat PIA weiter die Nase vorn. Soll es einfach ohne Nachdenken funktionieren, passt Surfshark besser.

Jurisdiktion und Eigentümerschaft: die eigentliche Lücke

Surfshark sitzt in den Niederlanden, einem Nine-Eyes-Land, bewertet mit 4/5. PIA sitzt in den USA, einem Five-Eyes-Land, bewertet mit 3/5. Keine der beiden Jurisdiktionen ist auf dem Papier ideal, aber der aufschlussreichere Unterschied liegt bei der Eigentümer-Transparenz.

PIA gehört Kape Technologies, derselben Holding, die auch ExpressVPN und CyberGhost besitzt. Unsere Daten geben PIA nur 1/5 bei der Eigentümer-Transparenz, ein Spiegel dessen, wie wenig Kape über seine Struktur und Entscheidungen veröffentlicht, verglichen mit Wettbewerbern. Surfshark erreicht 5/5: Seine Eigentümerschaft (Surfshark Ltd. und die Gründer) findet sich ohne Suchen. Wer genau wissen will, wer den Dienst betreibt, der den eigenen Traffic durchleitet, findet hier einen echten Unterschied, noch vor der Jurisdiktion.

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No-Logs-Politik: zwei Arten von Beweis

Surfsharks No-Logs-Versprechen stützt sich auf ein formelles Audit von Cure53, einer angesehenen deutschen Sicherheitsfirma, mit einer zweiten Prüfung 2021 abgeschlossen. Das bringt ein sauberes 5/5 in unseren Daten.

PIA hat nie ein solches formelles Audit beauftragt, was den Wert bei 4/5 deckelt. Aber sein No-Logs-Versprechen hat etwas, das ein Audit nicht ganz ersetzen kann: einen echten Praxistest. PIA war Partei in US-Gerichtsverfahren und Behördenanfragen, in denen es Verbindungsprotokolle herausgeben sollte und schlicht nichts hatte, weil diese Protokolle nie existierten. Ein Audit prüft ein System zu einem Zeitpunkt. Eine Vorladung, die leer zurückkommt, prüft das Versprechen unter echtem rechtlichem Druck. Man kann streiten, welcher Beweis mehr zählt, aber keines der beiden Unternehmen verschweigt hier eine bekannte Logging-Praxis.

Bug Bounty und Ethik

Surfshark betreibt kein formelles öffentliches Bug-Bounty-Programm, 0/5 bei diesem konkreten Kriterium, nimmt aber Schwachstellenmeldungen über andere Kanäle an. PIA erreicht 3/5, mit einem Bug Bounty vorhanden, aber weniger öffentlicher Kommunikation dazu als die Spitzenreiter unserer Tabelle (wie NordVPN, das ein vollständig öffentliches Programm betreibt). Keiner der beiden sticht hier wirklich heraus, ein kleinerer Faktor in der Entscheidung.

Preis: enger als der Listenpreis vermuten lässt

PIAs Listenpreis wirkt günstiger: 11,95 $/Monat gegen 15,45 $/Monat bei Surfshark. Doch sobald du dich auf ein volles Jahr festlegst, schmilzt der Abstand fast komplett. Beide landen bei rund 3,33 $ im Monat im Jahrestarif, PIA bei 39,95 $/Jahr, Surfshark bei 59,76 $/Jahr über eine leicht andere Abrechnungsstruktur. Wo PIA wieder vorlegt, ist die 2-Jahres-Option: 79,00 $ insgesamt, ein Preispunkt, den Surfshark aktuell mit keinem gleichwertigen Langzeittarif erreicht.

Keiner bietet eine klassische Gratis-Testversion. Surfshark verlangt selbst für sein kurzes Testfenster Kartendaten, PIA bietet gar keine an. Beide gewähren eine übliche 30-tägige Geld-zurück-Garantie, das risikofreie Testen ist bei beiden unkompliziert.

Geräteanzahl und Extras

Beide Anbieter erlauben unbegrenzte gleichzeitige Geräte, selten selbst bei Premium-VPNs und einer der wenigen Bereiche, in denen sie wirklich gleichauf liegen. Beide bündeln einen Werbeblocker (je 5/5), auch hier kein Unterscheidungsmerkmal. Der Kundensupport ist ein kleiner Vorteil für Surfshark (5/5 gegen 4/5 für PIA), Spiegelbild durchweg positiverer Bewertungen der Live-Chat-Qualität.

Wie du wählst

Wähle Surfshark, wenn du das besser geprüfte, schnellere, transparentere Produkt willst und Streaming-Zuverlässigkeit dir wichtig ist. Der Preisunterschied im Jahrestarif ist vernachlässigbar.

Wähle PIA, wenn du den niedrigstmöglichen Langzeitpreis über den 2-Jahres-Tarif willst, deine Protokoll-Einstellungen selbst justieren möchtest und eine US-Jurisdiktion unter Kape-Eigentümerschaft dich nicht stört.

Passt keins von beidem wirklich, beide liegen unter der Spitze unserer Tabelle. NordVPN führt mit 4,63/5, und Proton VPN folgt mit 4,24/5, beide unter anderer Eigentümerstruktur als die beiden hier verglichenen Anbieter.

Unser Fazit

Surfshark ist das rundere Produkt, 4,08/5 gegen 3,63/5 für PIA, dank Tempo, Streaming, Transparenz und geprüftem Beleg seiner No-Logs-Politik. PIA kontert mit niedrigerem 2-Jahres-Preis, konfigurierbareren Protokollen und einem No-Logs-Versprechen, das echte Gerichtsverfahren statt ein Audit getestet haben. Beide bieten unbegrenzte Geräte und einen soliden Werbeblocker. Wähle Surfshark für das komplettere Paket, wähle PIA, wenn dir Langzeitpreis und manuelle Kontrolle wichtiger sind als Jurisdiktion und Transparenz.

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