Private Internet Access und Mullvad ziehen beide ein datenschutzbewusstes Publikum an, kommen dort aber aus entgegengesetzten Richtungen. In unserer Vergleichstabelle erreicht Mullvad 4,04/5 gegen 3,64/5 für PIA. PIA setzt auf Preis und Konfigurierbarkeit, Mullvad auf radikalen Minimalismus und einen Ruf, den kaum ein VPN erreicht. Hier ist, wo jeder wirklich gewinnt.

Das Fazit auf einen Blick

Mullvad gewinnt bei Verschlüsselung, Eigentümer-Transparenz, Ethik und Jurisdiktion. PIA gewinnt bei Langzeitpreis, Protokoll-Flexibilität und Streaming. Beide liegen bei Tempo und beim Umgehen restriktiver Netzwerke gleichauf, die Entscheidung hängt also meist davon ab, was dir wichtiger ist: Mullvads radikale Anonymität oder PIAs niedrigerer Preis und Netflix-taugliche Extras.

Kopf an Kopf im Vergleich

KriteriumPrivate Internet AccessMullvad
Gesamtwert3,64/54,04/5
Tempo4/55/5
Protokolle5/55/5
JurisdiktionUSA, Five Eyes (3/5)Schweden, Fourteen Eyes (4/5)
Verschlüsselung2/55/5
No-Logs-BelegGerichtlich getestet, ungeprüft (4/5)Geprüft von Cure53 (4/5)
Eigentümer-Transparenz1/5 (Kape Technologies)5/5 (unabhängig)
Ethik2/55/5
Bug Bounty3/50/5
Streaming3,5/52/5
Monatspreis11,95 $5,50 $
Effektivpreis ~1 Jahr~3,33 $/Monat (39,95 $/Jahr)5,50 $/Monat (kein Rabatt, 66 $/Jahr)
2-Jahres-Preis79,00 $Kein Angebot
Geld-zurück-Garantie30 Tage30 Tage

Verschlüsselung und Jurisdiktion: Mullvads grösster Vorteil

Der deutlichste Unterschied in dieser Tabelle ist die Verschlüsselung: Mullvad erreicht ein volles 5/5, PIA nur 2/5. Beide unterstützen moderne Protokolle, aber Mullvads Umsetzung und Standardeinstellungen zielen stärker auf maximale Sicherheit statt auf Komfort. Würde allein die Verschlüsselungsstärke entscheiden, läge Mullvad klar vorn.

Bei der Jurisdiktion zeigt sich ein ähnliches Bild. PIA sitzt in den USA, einem Five-Eyes-Land, bewertet mit 3/5. Mullvad sitzt in Schweden, formal Mitglied der Fourteen Eyes, erreicht aber trotzdem 4/5, weil die Praxis die Jurisdiktion auf dem Papier ausgleicht. Schweden hat nicht dieselbe Geschichte aggressiver Datenanfragen an VPN-Anbieter wie die USA, und Mullvads Kontomodell lässt Behörden von vornherein kaum etwas zum Anfragen.

Eigentümerschaft und Ethik: kein Vergleich

Hier gehen beide Anbieter wirklich auseinander. PIA gehört Kape Technologies, derselben Holding wie ExpressVPN und CyberGhost, und erreicht in unseren Daten nur 1/5 bei der Eigentümer-Transparenz. Mullvad ist unabhängig aus Schweden geführt, alles findet sich ohne Suchen, daher das 5/5.

Bei der Ethik zeigt sich dasselbe Muster: PIA erreicht 2/5, Mullvad 5/5. Mullvad hat seinen Ruf auf echtem Engagement für Privatsphäre aufgebaut, lange bevor “No-Logs” zur Marketingfloskel wurde, die sich jeder Anbieter auf die Startseite klebt. Allerdings hat Mullvads Ethik-Bonus 2026 durch eine Spendenkontroverse gelitten, die die Nutzerbasis gespalten hat; was genau passiert ist und ob das deine Entscheidung ändern sollte, behandeln wir in einem eigenen Artikel.

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No-Logs-Politik: Audit gegen Gerichtstest

Mullvad hat ein formelles Audit von Cure53, einer angesehenen Sicherheitsfirma, und verlangt weder E-Mail noch persönliche Daten für ein Konto, es gibt also von Anfang an kaum Daten, die mit dir verknüpft sind. Diese Kombination gehört zu den stärksten No-Logs-Aufstellungen am Markt.

PIA hat nie ein solches Audit beauftragt, aber sein No-Logs-Versprechen wurde anders getestet: in echten US-Gerichtsverfahren, in denen PIA Protokolle herausgeben sollte und nichts hatte. Ein Audit prüft das System auf dem Papier, eine leer zurückkommende Vorladung prüft es unter echtem rechtlichem Druck. Was genau PIAs No-Logs-Versprechen wirklich standhält, zeigen wir ausführlich in einem eigenen Artikel.

Protokolle und Tempo: PIA hält mit

PIA erreicht 5/5 bei den Protokollen, gleichauf mit Mullvad, und bleibt die konfigurierbarere Option für alle, die Verschlüsselungsstärke und Ports lieber manuell einstellen als einem einzigen Automatikmodus zu vertrauen. Beim Tempo hinkt PIA hinterher: 4/5 gegen 5/5 bei Mullvad, auch wenn PIA immer noch schnell genug für alltägliches Streaming und grosse Downloads bleibt.

Streaming: PIA ist hier die einzige echte Option

Wenn das Entsperren von Netflix oder anderen Katalogen überhaupt eine Rolle spielt, klärt dieser Abschnitt den Vergleich schnell. PIA erreicht 3,5/5 beim Streaming, bewertet als “Gut” bei den meisten grossen Plattformen. Mullvad erreicht 2/5 und entsperrt praktisch nichts, ganz bewusst; das Unternehmen hat Streaming nie priorisiert und wirbt auch nicht damit. Wer ein VPN hauptsächlich für ausländische Netflix-Kataloge sucht, sollte hier aufhören und PIA nehmen oder in unserer Rangliste weiter oben schauen.

Preis: PIA gewinnt bei längerer Bindung

PIAs Listenpreis liegt höher, 11,95 $/Monat, fällt aber im Jahrestarif auf rund 3,33 $/Monat und insgesamt 79,00 $ über zwei Jahre, die günstigste Mehrjahres-Option der beiden. Mullvad berechnet fest 5,50 $/Monat, egal wie lange die Bindung ist; es gibt keinen Jahres- oder Zweijahres-Rabatt zu jagen, der angezeigte Preis ist der gezahlte Preis. Diese Festpreispolitik ist selbst eine Haltung: Mullvad sagt, Rabatte und lange Bindungen würden Menschen zu Entscheidungen drängen, die sie sonst nicht treffen würden, also bietet das Unternehmen sie schlicht nicht an.

Beide gewähren eine übliche 30-tägige Geld-zurück-Garantie, und keiner bietet eine nennenswerte Gratis-Testversion.

Bug Bounty und Support

PIA erreicht 3/5 beim Bug Bounty, mit einem Programm, das weniger öffentlich kommuniziert wird als bei den Spitzenreitern unserer Tabelle. Mullvad erreicht 0/5, ganz ohne formelles Programm, eine seltsame Lücke für ein Unternehmen, das sonst auf sicherheitsorientierte Technik setzt. Beim Kundensupport liegt PIA leicht vorn (4/5 gegen 3/5), Spiegelbild durchweg positiverer Bewertungen der Reaktionszeit im Live-Chat.

Apps und Alltag

Die beiden Apps wirken, als kämen sie von Unternehmen mit gegensätzlicher Philosophie, und das stimmt auch. PIAs Oberfläche setzt auf Optionen: Kartenansicht, langes Einstellungsmenü, einstellbare Verschlüsselung und Schalter für fast jede Funktion. Ein Plus, wenn du gerne selbst schraubst, eine kleine Belastung, wenn nicht.

Mullvads App ist bekannt spartanisch. Ein Verbinden-Knopf, eine Serverliste, ein paar Einstellungen, meist rund um Verschleierung und Kill Switch. Das Kontosystem passt dazu: Statt E-Mail und Passwort bekommst du eine Kontonummer, die du wie eine Prepaid-Karte auflädst. Kein Name, keine E-Mail, kein Passwort-Reset, um den man sich kümmern müsste.

Für wen sich welcher Anbieter wirklich eignet

PIA passt zu Nutzern, die ein leistungsfähiges, günstiges VPN wollen, das sie nach eigenem Geschmack einstellen können und trotzdem für alltägliches Streaming, Torrenting oder normales Browsen nutzen. Kape-Eigentümerschaft und US-Jurisdiktion sind für die meisten Gelegenheitsnutzer kein Ausschlusskriterium, und der Preis über die Zeit, besonders beim 2-Jahres-Tarif, ist unter Anbietern mit vollem Funktionsumfang schwer zu schlagen.

Mullvad passt zu Nutzern, für die Jurisdiktion, Eigentümerschaft und Konto-Anonymität der eigentliche Punkt sind, nicht nur ein nettes Extra. Journalisten, Forschende und alle, die gezielt minimieren wollen, was ein VPN-Anbieter jemals herausgeben könnte, werden Mullvads Modell auf eine Art beruhigend finden, die Audits allein nicht ganz ersetzen können. Der Preis dafür ist ein Produkt, das nicht versucht, mehr zu sein als ein sicherer Tunnel: keine Streaming-Optimierung, keine gebündelten Extras, kein Versuch, bei Komfort mitzuhalten.

Wie du wählst

Wähle Mullvad, wenn Eigentümer-Transparenz, Verschlüsselungsstärke und ein wirklich minimales Kontomodell dir wichtiger sind als Preis oder Streaming. Wähle PIA, wenn du den realistisch niedrigsten Langzeitpreis, konfigurierbare Protokolle und Streaming willst, das tatsächlich funktioniert.

Keiner von beiden steht an der Spitze unserer vollständigen Rangliste. NordVPN führt mit 4,63/5, und Proton VPN folgt mit 4,24/5, beide einen Blick wert, wenn geprüfte No-Logs und Top-Streaming dir wichtig sind.

Unser Fazit

Mullvad ist auf dem Papier das stärkere Privacy-Werkzeug, 4,04/5 gegen 3,64/5 für PIA, dank Verschlüsselung, Eigentümerschaft und Ethik. PIA kontert mit niedrigerem Langzeitpreis, konfigurierbareren Protokollen und Streaming, das Mullvad gar nicht erst versucht. Willst du möglichst echte Anonymität, wähle Mullvad. Willst du ein günstiges, flexibles VPN, das auch streamt, wähle PIA.

Weiterlesen: unser vollständiger Mullvad Testbericht und PIA vs Surfshark für einen weiteren Vergleichspunkt vor deiner Entscheidung.