Kurze Antwort: Hotspot Shield protokolliert die Websites, die Sie besuchen, nicht so, dass sie Ihnen zugeordnet werden können. Ein No-Logs-VPN im strengen Sinn ist es trotzdem nicht. Es erfasst, wie lange Ihre Sitzungen dauern und wie viele Daten Sie verbrauchen, führt anonymisierte Listen der besuchten Domains über alle Nutzer und lässt in der Gratis-Version Werbenetzwerke Gerätekennungen sammeln. Ein vollständiges unabhängiges No-Logs-Audit hat es nie bestanden. Deshalb gibt es bei unserem No-Logs-Kriterium 0/5.
Was Hotspot Shield laut Datenschutzerklärung sammelt
Hotspot Shield gehört zu Pango (früher AnchorFree). Die Datenschutzhinweise für die VPN-Produkte sind ausführlicher als bei vielen Konkurrenten, das muss man anerkennen. Wer genau liest, findet mehrere Datenarten.
Sitzungsdauer und Bandbreite
Pango erfasst laut eigener Aussage die “Dauer der VPN-Sitzungen und die verbrauchte Bandbreite”, um den Dienst zu betreiben und die Limits des Gratis-Tarifs durchzusetzen. Das sind Verbindungsmetadaten. Sie verraten nicht, was Sie getan haben, aber wann und wie viel Sie das VPN genutzt haben.
Ihre echte IP-Adresse, vorübergehend
Ihre IP-Adresse wird beim Verbinden erfasst, verschlüsselt und am Sitzungsende gelöscht, so die Erklärung. Die meisten VPNs brauchen Ihre IP kurz, um den Datenverkehr an Sie zurückzuleiten. Entscheidend ist, ob sie danach gespeichert bleibt, und Hotspot Shield sagt: nein.
Besuchte Domains, “auf anonymisierter Basis”
Das stört datenschutzbewusste Nutzer am meisten. Pango gibt an, die von Nutzern aufgerufenen Domains “auf anonymisierter Basis” zu erfassen, monatlich aggregiert, ohne vollständige URLs oder identifizierende Informationen. Aggregierte Statistiken sind kein Surfprotokoll pro Nutzer. Die meisten VPNs, die wir hoch bewerten, sammeln aber überhaupt keine Domain-Daten, und “anonymisiert” ist nur so stark wie die Methode dahinter, die die Erklärung nicht beschreibt.
Gerätekennungen
Pango nutzt Geräte-Hashes, um Geräte zu erkennen, Bandbreite zu messen, Support zu leisten und Analysen zu fahren. Laut Erklärung bleiben diese vom Surfverhalten getrennt.
Werbedaten in der Gratis-Version
Die kostenlose App zeigt Werbung, und Werbenetzwerke von Drittanbietern (genannt werden Unity Ads, Ironsource, Digital Turbine und InMobi) sammeln Werbe-IDs, IP-Adressen, Gerätemodell, Betriebssystemversion, Sprache und Zeitzone. Im Klartext: In der Gratis-Version erhalten Firmen außerhalb von Hotspot Shield Daten, mit denen sich Ihr Gerät profilieren lässt. Der Bezahltarif entfernt die Werbung.
Wurde Hotspot Shield auditiert?
Nur teilweise. 2023 beauftragte Pango die Firma Aon zu prüfen, ob das VPN zwei konkrete Zusagen einhält: dass das Surfverhalten nicht so erfasst wird, dass es einem Nutzer zugeordnet werden kann, und dass IP-Adressen oder Gerätekennungen nicht zusammen mit diesem Verhalten protokolliert werden. Aon kam zu dem Ergebnis, dass das Produkt entsprechend gestaltet ist, so der zusammenfassende Bericht vom 25. August 2023.
Das ist nützlich, aber viel enger als die No-Logs-Audits, die wir als Beweis werten. Der Bericht klammert die Sicherheitspraktiken der Hosting-Umgebungen ausdrücklich aus, und es ist eine einzelne, drei Jahre alte Prüfung. Zum Vergleich: Die No-Logs-Richtlinien von NordVPN oder ProtonVPN wurden mehrfach von Firmen wie PwC, Deloitte oder KPMG geprüft. Unser Ratgeber No-Logs-Versprechen überprüfen erklärt, warum Umfang und Häufigkeit genauso zählen wie der Name des Prüfers.
Die Vorgeschichte, die an Hotspot Shield hängt
Zwei Episoden erklären, warum Datenschutz-Communities skeptisch bleiben.
Im August 2017 reichte das Center for Democracy & Technology eine Beschwerde bei der US-Handelsbehörde FTC ein. Der Vorwurf: Die Praktiken von Hotspot Shield widersprächen den Datenschutzversprechen, unter anderem durch Umleitung von Datenverkehr zu Werbezwecken. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.
Im Februar 2018 veröffentlichte ein Forscher die Schwachstelle CVE-2018-6460, über die WLAN-Name und Land von Nutzern über einen lokalen Webserver auslesbar waren, wie The Hacker News berichtete. Sie wurde behoben, ist aber der Grund, warum unsere Tabelle bei Hotspot Shield ein nachgewiesenes Nutzerdatenleck vermerkt und beim Leckschutz nur 1/5 vergibt.
Beides ist Jahre her. Firmen ändern sich. Auf keinen der Fälle folgte aber ein vollständiges, wiederholtes No-Logs-Audit, das die Frage klären würde.
So schneidet Hotspot Shield in unserer Tabelle ab
| Kriterium | Hotspot Shield | Bedeutung |
|---|---|---|
| Gesamtscore | 2,68 / 5 | Unteres Drittel unserer 49 VPNs |
| No-Logs auditiert | Nein (0 / 5) | Kein vollständiges unabhängiges No-Logs-Audit |
| Reine RAM-Server | Nein (0 / 5) | Server mit Festplattenspeicher |
| Jurisdiktion | USA, Five Eyes (3 / 5) | US-Behördenanfragen unterworfen |
| Leckschutz | 1 / 5 | Nachgewiesenes Datenleck in der Vergangenheit |
| Bug-Bounty | Nein | Kein öffentliches Programm |
| Geschwindigkeit | 4 / 5 | Wirklich schnell |
| Kundensupport | 5 / 5 | Live-Chat rund um die Uhr |
| Preis | 12,99 $/Monat, 95,88 $/Jahr | 45 Tage Geld-zurück-Garantie |
Hotspot Shield ist nicht überall schlecht. Es ist schnell, die Apps sind simpel, und der Support antwortet zügig. Es schwächelt genau dort, wo ein VPN am stärksten sein sollte: beim Nachweis, dass es nichts über Sie herausgeben kann.
Alle VPNs im direkten Vergleich? Unser vollständiger VPN-Vergleich zeigt Bewertungen nach 18 Kriterien.
Hotspot Shield im Vergleich zu auditierten No-Logs-VPNs
Wenn Protokollierung Ihr Hauptthema ist, sind die Alternativen klar, und einige kosten weniger:
| VPN | Gesamtscore | No-Logs auditiert | RAM-Server | Jurisdiktion | 1-Jahres-Plan |
|---|---|---|---|---|---|
| NordVPN | 4,63 / 5 | Ja | Ja | Panama | 68,85 $ |
| ProtonVPN | 4,24 / 5 | Ja | Ja | Schweiz | 47,88 $ |
| Surfshark | 4,08 / 5 | Ja | Ja | Niederlande | 59,76 $ |
| Mullvad | 4,04 / 5 | Ja | Ja | Schweden | 66,00 $ |
| Hotspot Shield | 2,68 / 5 | Nein | Nein | USA | 95,88 $ |
NordVPN kostet pro Jahr weniger als Hotspot Shield und wurde mehrfach auditiert. ProtonVPN ist noch günstiger und hat einen Gratis-Tarif ohne Werbung und ohne Datenlimit. Wer heute die kostenlose Hotspot-Shield-Version nutzt, fährt damit besser. Unsere Rangliste der auditierten No-Logs-VPNs zeigt die vollständige Liste.
Auskunft verlangen: was Hotspot Shield über Sie speichert
In Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen Sie der Erklärung nicht blind glauben. Die DSGVO (und in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz) gibt Ihnen das Recht, von einem Unternehmen eine Kopie der über Sie gespeicherten personenbezogenen Daten zu verlangen. Schicken Sie ein schriftliches Auskunftsersuchen an den Datenschutzkontakt aus der Pango-Erklärung, nennen Sie die E-Mail-Adresse Ihres Kontos und fragen Sie ausdrücklich nach Sitzungsdaten, Gerätekennungen und mit dem Konto verknüpften Werbe-IDs. In der Regel muss innerhalb eines Monats geantwortet werden. Kleiner Aufwand, und die Antwort sagt mehr als jede Marketingseite.
Woran Sie ein belastbares No-Logs-Versprechen erkennen
Hotspot Shield ist ein gutes Beispiel dafür, warum das Wort “No-Logs” allein wenig aussagt. Achten Sie beim nächsten VPN auf vier Punkte. Erstens ein unabhängiges Audit, das ausdrücklich die Server-Infrastruktur und die Protokollierung prüft, nicht nur die Apps oder die Formulierung der Datenschutzerklärung. Zweitens, dass dieses Audit regelmäßig wiederholt wird. Drittens reine RAM-Server, die beim Neustart nichts behalten. Viertens eine Datenschutzerklärung, die Metadaten wie Sitzungsdauer oder Domain-Statistiken offen benennt, statt sie in Nebensätzen zu verstecken. Hotspot Shield erfüllt nur den vierten Punkt, und das immerhin ehrlich.
Ist Hotspot Shield sicher?
Für den Alltag, etwa den Laptop im Café-WLAN zu schützen oder eine einfache Geosperre zu umgehen, reicht Hotspot Shield. Für alles, bei dem es darauf ankommt, wer Ihre Aktivitäten später einsehen kann (Journalismus, Aktivismus, heikle Recherchen, Torrenting), würden wir es nicht nehmen. Die Gratis-Version ist die schwächste Variante, weil Werbenetzwerke Daten sammeln, die Ihr Gerät identifizieren.
Gratis und Bezahlt sind aus Datenschutzsicht nicht dasselbe Produkt. Der Bezahltarif entfernt die Werbe-SDKs und damit die größte Quelle der Datensammlung durch Dritte. Sitzungsmetadaten und anonymisierte Domain-Statistiken gelten aber auch für zahlende Nutzer. Wer die App mag und behalten will, sollte also lieber zahlen. Ein auditiertes No-Logs-VPN wird Hotspot Shield dadurch trotzdem nicht.
Wenn Sie schon für Hotspot Shield zahlen: keine Panik. Nichts deutet darauf hin, dass Ihr Verlauf verkauft wird. Bei der nächsten Verlängerung bekommen Sie aber stärkere Nachweise für weniger Geld. Unser vollständiger Hotspot-Shield-Test geht auf Tempo und Streaming ein.
Laut Datenschutzerklärung und einer eng gefassten Aon-Prüfung von 2023 speichert Hotspot Shield keine nutzerbezogenen Surfprotokolle, erfasst aber Sitzungsdaten und anonymisierte Domain-Statistiken, und die Gratis-Version teilt Gerätedaten mit Werbenetzwerken. Ohne vollständiges No-Logs-Audit und ohne RAM-Server gibt es in unserer Tabelle 0/5 beim No-Logs-Kriterium. Wenn Datenschutz der Grund für Ihr VPN ist, bekommen Sie mit NordVPN oder ProtonVPN auditierte Nachweise für weniger Geld.