CyberGhost und ExpressVPN werden ständig verglichen, und das ist kein Zufall. Beide gehören demselben Konzern, sprechen überlappende Zielgruppen an und liegen preislich an gegensätzlichen Enden. Der eine ist die Budget-Wahl, der andere die Premium-Wahl. Hier die ehrliche Antwort, ob sich der Aufpreis lohnt.
Preis
| Plan | CyberGhost | ExpressVPN |
|---|---|---|
| Monatlich | 12,99 Dollar | 12,99 Dollar |
| 1-Jahr (pro Monat) | 3,99 Dollar | 8,33 Dollar |
| 1-Jahr gesamt | 47,88 Dollar | 99,95 Dollar |
| 2-Jahre gesamt | 83,76 Dollar | Nicht verfügbar |
CyberGhost ist nicht einfach nur günstiger, es liegt in einer ganz anderen Preisklasse. Auf dem 2-Jahres-Plan kommt man auf rund 3,49 Dollar/Monat, weniger als ein Drittel von ExpressVPNs bestem Angebot. ExpressVPN bietet gar keinen Mehrjahresplan an, der 1-Jahres-Tarif zu 8,33 Dollar/Monat ist also das Maximum an Ersparnis.
CyberGhost legt zusätzlich einen 1-Tage-Gratis-Test und eine 45-tägige Geld-zurück-Garantie drauf. ExpressVPN verzichtet ganz auf den Test und deckelt die Garantie bei 30 Tagen.
Geschwindigkeit
ExpressVPN holt die perfekte 5/5, CyberGhost liegt bei 4/5. Der Unterschied zeigt sich vor allem auf weiten Serverstrecken, wo CyberGhosts Verbindung schon mal einbricht. Für die meisten Alltagsaufgaben, Streaming und Surfen eingeschlossen, reicht CyberGhost völlig. Wer aber regelmäßig große Dateien über weit entfernte Server schickt oder auf fernen Regionen zockt, fährt mit ExpressVPN zuverlässiger.
Sicherheit und Verschlüsselung
| Kennzahl | CyberGhost | ExpressVPN |
|---|---|---|
| Verschlüsselung | 5/5 | 5/5 |
| Leck-Schutz | 4/5 | 1/5 |
| RAM-Only-Server | 5/5 | 5/5 |
| No-Logs-Audit | 3/5 | 3/5 |
Hier dreht sich das Blatt zugunsten von CyberGhost, und genau dieses Detail fehlt in den meisten “ExpressVPN ist Premium”-Artikeln. ExpressVPNs Leck-Schutz kommt bei uns nur auf 1/5. Das ist ein schlechter Wert für einen Anbieter mit Premium-Preisen. CyberGhosts 4/5 sind deutlich stärker. Wer auf Leck-Schutz besonderen Wert legt, sollte nicht automatisch zur teureren Option greifen.
No-Logs-Politik: beide mit Lücken
Keiner der beiden VPN-Anbieter bekommt bei Audits die Bestnote. Beide liegen bei 3/5.
CyberGhost wurde von QSCert geprüft, das letzte Audit stammt aber aus dem Jahr 2012. Das sind 14 Jahre. VPN-Technik, Eigentumsverhältnisse und Rechtslage haben sich seither komplett verändert. Ein derart altes Audit sagt kaum noch etwas über den heutigen Betrieb aus.
ExpressVPN hatte in jüngerer Zeit unabhängige Prüfungen einzelner Infrastrukturteile, der Gesamt-Score beim No-Logs-Audit bleibt bei uns aber bei 3/5, weit entfernt von der glatten 5/5, die man bei der teureren Marke erwarten würde. Keines der beiden Unternehmen hat hier die Bestnote verdient, und keines sollte allein wegen seines Rufs einen Freifahrtschein bekommen.
Jurisdiktion
CyberGhost sitzt in Rumänien, EU-/DSGVO-Mitglied, außerhalb der Überwachungsallianzen (5/5). ExpressVPN sitzt auf den Britischen Jungferninseln, ebenfalls außerhalb der Überwachungsallianzen (5/5). Beide Standorte sind stark, hier gibt es keinen Unterschied.
Eigentum: das Kape-Problem
Der Punkt, der in jedem Vergleich zwischen den beiden auftauchen sollte: CyberGhost und ExpressVPN gehören demselben Unternehmen.
Kape Technologies kaufte CyberGhost 2017 und ExpressVPN 2021. Kape besitzt außerdem Private Internet Access. Drei der bekanntesten VPN-Marken am Markt, oft als unabhängige Alternativen zueinander empfohlen, hängen also am selben Konzern.
Beide Marken kommen bei uns nur auf 1/5 bei der Eigentümer-Transparenz. Das ist kein Minuspunkt für die eine gegenüber der anderen, sondern ein gemeinsames Problem. Wer Unabhängigkeit von einem einzigen Konzern will, findet sie bei keiner der beiden, und “die unabhängigere von beiden wählen” heißt, zwischen zwei Ästen desselben Baums zu entscheiden.
Unterschiedlich sind dagegen die Bug-Bounty-Programme: ExpressVPN holt 5/5 mit einem aktiven, gut dokumentierten Programm. CyberGhost bekommt 0/5, ein nennenswertes öffentliches Bug-Bounty-Programm fehlt schlicht. Das ist ein echter Pluspunkt für ExpressVPN bei der Sicherheitstransparenz, auch wenn das gemeinsame Eigentümerproblem im Hintergrund bleibt.
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Streaming
ExpressVPN entsperrt konstanter, besonders auf Plattformen, die aktiv gegen VPN-Traffic vorgehen (5/5 gegen 4/5). CyberGhosts nach Plattform beschriftete Streaming-Server sind praktisch für Einsteiger, die nicht raten wollen, welcher Server für Netflix oder Disney+ funktioniert, aber die Zuverlässigkeit dahinter reicht nicht ganz an ExpressVPN heran.
Funktionen
CyberGhost bringt einen eingebauten Werbeblocker mit, ExpressVPN bietet gar keinen an, eine echte Lücke für einen Dienst in dieser Preisklasse. Beim Umgehen restriktiver Netzwerke liegt ExpressVPN vorn (3/5 gegen 1/5 bei CyberGhost), relevant für alle, die in Ländern mit starker VPN-Blockade reisen oder leben. Beide bieten guten Support und schneiden bei Protokollen und Serververfügbarkeit gleich gut ab (je 5/5).
Wer gewinnt?
Kommt darauf an, worauf es einem ankommt. Wer behauptet, einer der beiden sei einfach “besser”, blendet einen Teil der Daten aus.
Wer die schnellste, zuverlässigste Streaming-Erfahrung will und bereit ist, etwa dreimal so viel dafür zu zahlen, ist bei ExpressVPN richtig. Das Bug-Bounty-Programm ist zudem ein echter Transparenzvorteil, den CyberGhost nicht bieten kann.
Wer besonderen Wert auf Leck-Schutz legt oder einfach ein solides VPN mit Werbeblocker zu einem Bruchteil des Preises will, ist mit CyberGhost besser bedient. Der Bug-Bounty-Wert von 1/5 und das veraltete Audit von 2012 sind echte Schwächen, aber ExpressVPNs Leck-Schutz-Wert von 1/5 ist es bei deutlich höherem Preis genauso.
Keiner gewinnt sauber über die ganze Linie, und da beide letztlich Kape Technologies gehören, spricht das Eigentümer-Argument für keinen der beiden. Wer Wert auf unabhängiges Eigentum und ein aktuelles No-Logs-Audit legt, sollte außerhalb des Kape-Portfolios suchen. NordVPN schneidet bei beidem besser ab und lohnt einen Blick, wenn das die Priorität ist.
CyberGhost holen · ExpressVPN holen
ExpressVPN gewinnt bei Geschwindigkeit, Streaming und Bug-Bounty-Transparenz. CyberGhost gewinnt klar beim Preis und bringt einen Werbeblocker mit, den ExpressVPN nicht hat. ExpressVPNs schwacher Leck-Schutz-Wert (1/5) und CyberGhosts veraltetes Audit von 2012 sind beides echte Schwachstellen, die man vor der Kaufentscheidung abwägen sollte. Und da beide Marken zu Kape Technologies gehören, ist keiner der beiden die "unabhängige" Wahl, dieses Argument hebt sich gegenseitig auf. ExpressVPN, wenn Geschwindigkeit und Streaming nicht verhandelbar sind und das Budget keine Rolle spielt. CyberGhost, wenn solider Alltagsschutz zu einem Bruchteil des Preises reicht.
FAQ
Lohnt sich der Aufpreis von ExpressVPN gegenüber CyberGhost? Wenn Geschwindigkeit und Streaming-Zuverlässigkeit Priorität haben, ja. ExpressVPN ist konstanter und bringt ein echtes Bug-Bounty-Programm mit. Der Leck-Schutz-Wert (1/5) ist für den Preis aber schlecht, also kein Upgrade auf ganzer Linie.
Hat CyberGhost Vorteile gegenüber ExpressVPN? Mehrere. Es kostet auf Langzeitplänen nur etwa ein Drittel, bringt einen eingebauten Werbeblocker mit, den ExpressVPN nicht bietet, und schneidet beim Leck-Schutz deutlich besser ab (4/5 gegen 1/5).
Gehören CyberGhost und ExpressVPN wirklich demselben Unternehmen? Ja. Beide gehören zu Kape Technologies, das auch Private Internet Access besitzt. Kape kaufte CyberGhost 2017 und ExpressVPN 2021.
Was ist besser, um blockierte Inhalte in restriktiven Ländern zu erreichen? ExpressVPN schneidet beim Umgehen restriktiver Netzwerke besser ab (3/5 gegen 1/5 bei CyberGhost) und ist damit die zuverlässigere Wahl bei starker VPN-Blockade.
Warum der Preisunterschied nicht einfach die Qualität widerspiegelt
Normalerweise räumt die teure Option in solchen Vergleichen bei allen Sicherheitskategorien ab, und die günstige gewinnt nur beim Preis. Hier ist das anders. ExpressVPN liegt bei Geschwindigkeit, Streaming-Konstanz und Bug-Bounty-Transparenz vorn, Bereiche, in denen Geld tatsächlich in Infrastruktur und Entwicklungsarbeit fließt. CyberGhost liegt beim Leck-Schutz vorn, einem Bereich, der nichts mit Budget zu tun hat, sondern mit der Client-Software selbst. Der dreifache Preis hat diesmal keinen besseren Leck-Schutz gekauft, sondern schnellere Server und ein funktionierendes Bug-Bounty-Programm.
Darüber sollte man kurz nachdenken, bevor man automatisch “teurer heißt besser” annimmt. Die eigentliche Frage ist nicht, welches VPN mehr kostet, sondern mit welcher Schwäche man leben kann. Eine langsamere Verbindung mit besserem Leck-Schutz, oder eine schnellere mit einem Leck-Schutz-Wert, der in jeder anderen Preisklasse ein Ausschlusskriterium wäre.
Die Kape-Eigentümerschaft verdient noch einen Satz, weil sie leicht übersehen wird. Wenn zwei als Konkurrenten vermarktete VPNs demselben Konzern gehören, wirkt der Markt wettbewerbsfähiger, als er tatsächlich ist. Das macht keinen der beiden Dienste unsicher, bedeutet aber, dass keiner von beiden das Argument “Unabhängigkeit” für sich beanspruchen kann, ein Punkt, an den man sich erinnern sollte, sobald eine der beiden Marken mit Vertrauen und Transparenz wirbt.
Weiterlesen: CyberGhost Testbericht 2026 und ExpressVPN Testbericht 2026.