Eine VPN-Firefox-Erweiterung verschlüsselt nur das, was in Firefox passiert. Ihr Torrent-Client, Ihre Mail-App und jedes andere Programm auf Ihrem Rechner sprechen weiterhin ungeschützt mit dem Internet. Genau diese Unterscheidung entscheidet, ob eine Erweiterung das richtige Werkzeug für Sie ist oder nur ein falsches Sicherheitsgefühl.
Die gute Nachricht: Mozillas Richtlinien für Erweiterungen sind strenger als die von Chrome, daher ist die Liste hier kürzer, aber vertrauenswürdiger. Manche Anbieter, die den Chrome Web Store bewusst meiden, tauchen hier trotzdem auf.
Welche VPNs wirklich eine Firefox-Erweiterung haben
Laut unseren Vergleichsdaten bieten die meisten großen Anbieter eine echte Firefox-Erweiterung an. Die Ausnahme ist ProtonVPN: keine Browser-Erweiterung, nur Desktop- und Mobil-Apps.
| VPN | Firefox-Erweiterung | Gesamtnote | Preis (1-Jahres-Plan) |
|---|---|---|---|
| NordVPN | Ja | 4,6/5 | 4,99 $/Monat |
| Mullvad | Ja | 4,2/5 | 5,50 $/Monat (fix) |
| Surfshark | Ja | 4,1/5 | 3,19 $/Monat |
| Windscribe | Ja | 3,8/5 | 5,75 $/Monat (gratis: 10 GB) |
| ExpressVPN | Ja | 3,7/5 | 4,99 $/Monat |
| Private Internet Access | Ja | 3,7/5 | 3,33 $/Monat |
| IPVanish | Ja | 3,6/5 | 3,33 $/Monat |
| CyberGhost | Ja | 3,5/5 | 2,75 $/Monat |
| TunnelBear | Ja | 3,3/5 | 4,00 $/Monat |
| ProtonVPN | Nein (nur App) | 4,3/5 | 3,99 $/Monat |
Die interessante Wendung ist Mullvad. Bei Chrome verweigert der Anbieter aus Prinzip eine Erweiterung, weil er mit der Art, wie Manifest V3 die Berechtigungen von Erweiterungen handhabt, nicht einverstanden ist. Bei Firefox liefert Mullvad dagegen eine vollwertige Erweiterung, weil dort dieses Problem nicht besteht. Wem diese Haltung wichtig ist, findet Mullvad also tatsächlich nur in Firefox.
Was eine Firefox-Erweiterung schützt und was nicht
Sie schützt: Ihre IP vor jeder Seite, die Sie in Firefox besuchen, den Traffic zwischen Firefox und dem Server des Anbieters, und sie entsperrt geografisch beschränkte Inhalte im Browser. Standortwechsel dauern nur zwei Klicks. Die Erweiterung ist leichter als die volle App, in Sekunden installiert und läuft auch auf Rechnern, auf denen Sie keine eigenständige Software installieren dürfen.
Sie schützt nicht: alles außerhalb von Firefox. Andere Browser auf demselben Rechner, Ihr Torrent-Client, Hintergrundverkehr des Systems und jede App, die nicht Firefox heißt, bleiben ungeschützt. Den meisten Erweiterungen fehlt außerdem der Kill Switch der Desktop-App, sodass eine abgebrochene Verbindung Traffic durchlassen kann, statt ihn zu blockieren. Für alles, was auf Systemebene vor Ihrem Provider verborgen bleiben soll, lohnt sich vorher unser Artikel dazu, was Ihr Internetanbieter wirklich sieht, bevor Sie sich auf die Erweiterung allein verlassen.
Technisch gesehen sind die meisten dieser Erweiterungen verschlüsselte Proxys statt echte VPN-Tunnel, wie sich auch beim direkten Test von VPN gegen Proxy zeigt. Das reicht, um die IP zu verbergen und Inhalte im Browser zu entsperren, aber nicht für Schutz auf Systemebene.
Wann die Erweiterung reicht und wann Sie die volle App brauchen
Nutzen Sie die Erweiterung allein, wenn die Aufgabe im Browser bleibt: prüfen, ob eine geo-gesperrte Seite aus einem anderen Land lädt, die eigene IP für eine bestimmte Seite verbergen, oder schnell den Standort wechseln, um Preise regional zu vergleichen. Auch auf einem gesperrten Firmenlaptop, auf dem sonst nichts installiert werden darf, ist das die praktische Lösung.
Greifen Sie zur vollen Desktop-App, wenn mehr auf dem Spiel steht als der Browser: Torrenting, Gaming, öffentliches WLAN oder jede Situation, in der eine unterbrochene Verbindung ein Problem ist. Die App bringt den Kill Switch, systemweite DNS-Kontrolle und die Wahl des Protokolls mit, die der Erweiterung fehlen.
In der Praxis sollten die meisten Nutzer beide verwenden. Jeder Anbieter aus der Tabelle oben liefert die Erweiterung im selben Abo wie die App mit, es gibt also keinen Grund, sich für eines von beiden zu entscheiden, wenn Sie ohnehin schon zahlen.
Alle VPNs im direkten Vergleich? Unser vollständiger VPN-Vergleich zeigt Bewertungen nach 18 Kriterien.
VPN-Erweiterung in Firefox installieren: Schritt für Schritt
- Wählen Sie einen Anbieter aus der Tabelle oben. Starten Sie nicht bei den Suchergebnissen im Mozilla-Add-on-Store, sondern gehen Sie zuerst auf die Seite des Anbieters, um sicherzugehen, dass Sie die offizielle Erweiterung bekommen und keine Kopie.
- Abonnieren Sie oder bestätigen Sie ein vorhandenes Konto. Ohne aktives Abo (oder ein kostenloses Windscribe-Konto) macht die Erweiterung nichts.
- Öffnen Sie die Firefox-Add-ons-Seite des Anbieters, entweder über einen Link auf dessen Website oder über die Suche nach dem exakten Namen auf addons.mozilla.org.
- Klicken Sie auf “Zu Firefox hinzufügen” und bestätigen Sie die Berechtigungsabfrage. Eine VPN-Erweiterung fragt nach dem Recht, Daten auf allen Seiten zu lesen und zu ändern. Das ist normal, weil sie Ihren Traffic umleiten muss.
- Pinnen Sie das Symbol der Erweiterung in die Symbolleiste, damit Sie den Verbindungsstatus auf einen Blick sehen.
- Melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an, direkt im Popup der Erweiterung.
- Aktivieren Sie den WebRTC-Leckschutz in den Einstellungen, falls er nicht schon standardmäßig aktiv ist. Das ist die eine Browser-Lücke, die Ihre echte IP zeigt, selbst wenn die Erweiterung “verbunden” ist.
- Wählen Sie einen Serverstandort und verbinden Sie sich. Die meisten Erweiterungen starten mit dem schnellsten Server, wechseln Sie manuell, wenn Sie ein bestimmtes Land brauchen.
- Richten Sie Regeln pro Seite ein, falls die Erweiterung das unterstützt, damit Ihre Bank den Tunnel umgeht, während Streaming-Seiten ihn nutzen.
Das ist der komplette Ablauf, bei jedem Anbieter aus der Tabelle. Die Unterschiede zeigen sich im Einstellungsmenü, nicht bei der Installation.
Warnzeichen: kostenlose “VPN”-Erweiterungen, die Sie meiden sollten
Auch Mozillas Add-on-Store hat seine eigene Sammlung kostenloser VPN-Erweiterungen mit glänzenden Bewertungen und keinem erkennbaren Geschäftsmodell. Behandeln Sie sie so, wie Sicherheitsforscher es tun: als Datensammlung mit Datenschutz-Etikett. Eine Browser-Erweiterung sitzt an genau der Stelle, an der sie jede besuchte Seite mitlesen kann, und ein kostenloser Proxy-Dienst im großen Maßstab muss sich irgendwie finanzieren.
Konkret prüfen, bevor Sie etwas Unbekanntes installieren: Veröffentlicht der Anbieter ein unabhängiges No-Logs-Audit, steckt hinter der Erweiterung ein Unternehmen mit einer echten Desktop-App und einem Geschäftsmodell jenseits des Browser-Add-ons, und passt die Berechtigungsabfrage zu dem, was ein VPN tatsächlich braucht, ohne Extras. Fällt eine kostenlose Erweiterung bei allen drei Punkten durch, lassen Sie die Finger davon. Windscribe bleibt in dieser Liste die einzige legitime kostenlose Option, mit einer transparenten 10-GB-Grenze pro Monat und einem bezahlten Tarif, der die Gratisversion ehrlich finanziert.
Einstellungen, auf die es ankommt
WebRTC-Leckschutz sollte bei jeder Erweiterung aus der Tabelle standardmäßig aktiv sein, prüfen Sie das lieber nach, als es anzunehmen. Auto-Connect in unsicheren Netzwerken lohnt sich, falls die Erweiterung das anbietet, weil es die Lücke schließt, in der man das Verbinden vergisst. Werbe- und Tracker-Blocker, wo verfügbar (Threat Protection bei NordVPN, CleanWeb bei Surfshark, R.O.B.E.R.T. bei Windscribe), sollten aktiv bleiben; das kostet keine Geschwindigkeit und Seiten laden ohne den Ballast schneller.
Eine Firefox-Besonderheit: Weil Mozillas Prüfprozess für Erweiterungen strenger ist als der von Chrome, ist eine Firefox-VPN-Erweiterung etwas seltener ein getarnter Datensammler als das Chrome-Gegenstück. Eine Garantie ist das nicht, nur ein realer Unterschied darin, wie streng beide Stores kontrolliert werden.
Erweiterung oder App: die Kurzfassung
Nur die Erweiterung, wenn Sie lediglich eine geo-gesperrte Seite prüfen oder die IP für eine kurze Browsing-Session verbergen wollen. Die volle App, bei Torrenting, Gaming, öffentlichem WLAN oder Schutzbedarf außerhalb von Firefox. Beides, wenn Sie ohnehin schon ein Abo bezahlen, denn die Erweiterung ist dann kostenlos dabei.
Für einen genaueren Blick darauf, was eine schlanke kostenlose Option über die Erweiterung hinaus kann und was nicht, lohnt sich unser Test zu ProtonVPN, das nur die App-Alternative abdeckt, und unser Windscribe-Testbericht, der die ehrliche Gratisstufe hinter der Erweiterung aus dieser Tabelle erklärt.
NordVPNs Firefox-Erweiterung ist die sicherste Standardwahl, weil der Dienst dahinter unseren gesamten Vergleich mit 4,6/5 anführt und die Erweiterung WebRTC-Schutz sowie Bedrohungsblockierung ohne zusätzliche Einrichtung abdeckt. Mullvad verdient eine besondere Erwähnung: Bei Chrome verweigert der Anbieter aus Prinzip die Erweiterung, bei Firefox liefert er eine vollwertige. Wem diese Haltung wichtig ist, für den ist Firefox der bessere Browser. Windscribe bleibt die einzige kostenlose Erweiterung, der man vertrauen kann. Egal, wofür Sie sich entscheiden: Denken Sie daran, was sie tatsächlich abdeckt, den Browser, nicht den Rechner. Hier NordVPN holen, wenn Sie Erweiterung und volle App in einem Abo wollen.