Eine Anfang August 2026 veröffentlichte TechRadar-Recherche prüfte über 4.000 VPN-App-Einträge im App Store von Apple und bei Google Play und fand Hunderte, die Nutzer schon vor der ersten Serververbindung echten Risiken aussetzen, durch unsichere Links, versteckte Weiterleitungen und regelrechte Angsttaktiken direkt in den Einträgen selbst. Die Befunde erinnern daran, dass ein Download aus einem offiziellen Store ein Ausgangspunkt für Sicherheit ist, kein Freibrief.

Was die Recherche ergab

Die Prüfung identifizierte 339 Android-App-Links, rund 5,3 Prozent der geprüften, und 188 iOS-App-Links, rund 6,8 Prozent, die noch einfaches, unverschlüsseltes HTTP statt sicherem HTTPS nutzten. Im offenen Internet zählt dieser Unterschied: Ein unverschlüsselter Link kann während der Übertragung abgefangen oder manipuliert werden, eine seltsam ironische Schwäche für eine App, deren ganzer Zweck angeblich der Schutz der Verbindung ist. Über das gebrochene Verschlüsselungsversprechen der Links selbst hinaus dokumentierte die Recherche auch versteckte Weiterleitungen, die verschleiern sollen, wohin ein Download-Link wirklich führt, sowie Angst-Taktiken, die Nutzer zu schneller Installation oder Zahlung drängen sollen, bevor sie die Legitimität prüfen konnten. (TechRadar, August 2026)

Warum das auf offiziellen Stores passiert

Apple wie Google lassen Apps vor der Veröffentlichung durch einen Prüfprozess laufen, aber keiner der beiden Stores prüft jeden externen Link, jede Weiterleitungskette oder jeden Marketing-Text in einem App-Eintrag oder internen Seiten mit derselben Strenge wie die Kernfunktion der App. Eine VPN-App kann die anfängliche technische Prüfung bestehen und trotzdem nach der Installation auf unsicheren oder manipulativen Inhalt verweisen, genau die Lücke, die diese Recherche offenlegte. Das erinnert daran, dass „verfügbar im App Store oder bei Google Play" eine Basis-Legitimität bedeutet, keine Garantie, dass jeder Teil der App-Erfahrung geprüft wurde.

Das reiht sich in ähnliche Befunde aus 2026 ein

Das ist kein Einzelfall. Frühere TechRadar-Recherchen aus 2026 dokumentierten Klon-VPN-Apps bei Google Play mit nahezu identischem Branding wie legitime Anbieter, sowie Tausende iOS- und Android-VPN-Apps, die hinter gefälschten oder gar nicht existierenden Websites ohne echte Support-Infrastruktur operieren. Zusammen zeichnen diese Befunde ein konsistentes Bild: Die schiere Zahl an VPN-Apps in beiden großen Stores macht es einer kleinen Zahl ausbeuterischer Betreiber leicht, sich neben seriösen, vertrauenswürdigen Anbietern zu tarnen.

So prüfen Sie eine VPN-App vor der Installation

Suchen Sie vor dem Download nach dem Namen des Anbieters zusammen mit unabhängigen Audit-Berichten, statt sich allein auf Store-Bewertungen zu verlassen, die leichter mit gefälschten Rezensionen manipuliert werden können als ein veröffentlichtes Drittaudit. Prüfen Sie, ob der Anbieter eine echte, funktionierende Website unabhängig vom Store-Eintrag hat, mit klaren Kontaktdaten und einer ausführlichen Datenschutzrichtlinie statt eines vagen Absatzes. Seien Sie misstrauisch bei jeder VPN-App, die zu schnellem Handeln drängt, vor einer akuten Sicherheitsbedrohung warnt, um zur Installation oder zum Upgrade zu bewegen, oder Sie über mehrere Seiten weiterleitet, bevor Sie einen echten Download- oder Zahlungsbildschirm erreichen.

VPNs mit sauberer, nachprüfbarer Bilanz

NordVPN und ProtonVPN, die beiden bestbewerteten Anbieter unseres Gesamtrankings mit 4,63/5 und 4,24/5, arbeiten beide transparent und unabhängig geprüft, mit klarer Eigentümerschaft, veröffentlichten Audit-Berichten und Store-Einträgen ohne die manipulativen Taktiken, die diese Recherche andernorts fand. Keiner der beiden taucht in TechRadars Befunden auf, und beide bleiben vertretbare Standardwahlen, falls diese Geschichte Sie Ihr aktuelles VPN überdenken lässt.

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Eine einfache Checkliste vor dem VPN-Download

Recherchieren Sie das Unternehmen hinter der App und prüfen Sie, ob es eine echte, auffindbare Unternehmenspräsenz hat statt eines anonymen Entwicklerkontos. Suchen Sie nach mindestens einem unabhängigen Audit der No-Logs-Behauptungen, veröffentlicht mit namentlich genanntem Prüfer. Lesen Sie die Datenschutzrichtlinie auf konkrete Details statt vager Beteuerungen. Und behandeln Sie jede App, die im eigenen Marketing Dringlichkeit oder Angst einsetzt, etwa mit einer Warnung vor einer aktiven Bedrohung Ihres Geräts, als Warnsignal statt als Grund zum sofortigen Handeln.

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Was das für Vergleichsportale wie dieses bedeutet

Für Nutzer, die sich bei der VPN-Wahl auf unabhängige Vergleiche statt allein auf App-Store-Rankings verlassen, unterstreicht diese Recherche den Wert einer Quelle, die Preise, Bewertungen und Merkmale direkt aus überprüfbaren Daten zieht statt aus Marketingtexten einzelner Anbieter. Genau deshalb lohnt sich vor jeder Installation ein Blick auf unabhängig zusammengestellte Vergleichsdaten, bevor man sich allein auf die erste Suchmaschinen-Anzeige oder den ersten Store-Treffer verlässt.

Was Apple und Google anders machen sollten

Sicherheitsforscher, die TechRadars Befunde durchgesehen haben, weisen darauf hin, dass beide Unternehmen dieses Problem spürbar verkleinern könnten, indem sie ihre bestehenden Prüfprozesse konsequenter auf externe Links und interne Weiterleitungsketten ausweiten, nicht nur auf die zur Prüfung eingereichte App selbst. Bis das geschieht, liegt die Verantwortung, schlechte Akteure herauszufiltern, stärker bei der eigenen Sorgfalt der Nutzer vor der Installation, eine wirklich unfaire Last, aber die praktische Realität im Jahr 2026.

Was das für Deutschland und deutschsprachige Nutzer bedeutet

Die betroffenen Store-Einträge sind nicht auf bestimmte Länder beschränkt, App Stores zeigen weltweit weitgehend dieselben Einträge an, nur teils in anderer Sprache. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach einem VPN sucht, sollte also genauso vorsichtig sein wie überall sonst, zumal deutschsprachige Suchbegriffe wie „VPN kostenlos" oder „VPN Download" oft auf dieselben Einträge treffen, die auch im englischsprachigen Raum auffällig wurden, unabhängig von der Sprache der App selbst.

Warum gerade VPN-Apps dieses Problem anziehen

VPN-Apps nehmen im App-Store-Ökosystem eine besondere Stellung ein: Das ganze Verkaufsargument des Produkts beruht auf Vertrauen, Daten schützen, Identität verbergen, online sicher bleiben, was sie zu einer attraktiven Kategorie für Akteure macht, die genau dieses Vertrauen mit minimalem Aufwand ausnutzen wollen. Anders als bei einem Spiel oder einer Produktivitäts-App, wo ein schlechter Akteur vor allem eine schlechte Bewertung riskiert, kann eine schlecht funktionierende VPN-App aktiv genau die Daten offenlegen, die sie zu schützen vorgab. Diese Diskrepanz zwischen dem, was ein VPN verspricht, und dem, was eine kleine Minderheit der Einträge tatsächlich liefert, erklärt, warum Recherchen wie diese hier mehr zählen als in fast jeder anderen App-Kategorie, und warum sich ein paar Minuten Prüfung vor der Installation überdurchschnittlich auszahlen.

Was „versteckte Weiterleitungen" konkret bedeuten

Einer der technischeren Befunde verdient eine genauere Erklärung: das Problem der versteckten Weiterleitungen. Statt vom Store-Eintrag direkt zur eigentlichen Download- oder Anmeldeseite zu verlinken, führen manche Einträge Nutzer durch eine Kette zwischengeschalteter Seiten, teils auf fachfremden Domains, bevor das eigentliche Ziel erreicht wird. Jeder zusätzliche Sprung in dieser Kette ist ein Punkt, an dem der Link gegen etwas Bösartiges ausgetauscht werden könnte, oder an dem Tracking- oder Werbenetzwerke ohne Bezug zum VPN selbst schon vor der Installation Daten über Sie sammeln. Ein seriöser Anbieter hat keinen echten Grund, Nutzer über mehrere fachfremde Domains zu schicken, nur um die eigene Anmeldeseite zu erreichen, was eine lange oder ungewöhnliche Weiterleitungskette für sich genommen zu einem berechtigten Grund für Misstrauen macht.

Heißt das, App-Store-VPN-Einträge sind grundsätzlich zu meiden?

Nein. Die überwiegende Mehrheit der VPN-Apps in beiden Stores ist legitim, und App Stores bleiben der insgesamt sicherste Weg, Software zu installieren, verglichen mit einem Installer direkt von einer beliebigen Website. Die Lehre hier ist enger gefasst: Innerhalb dieses grundsätzlich sicheren Kanals nimmt eine relevante Minderheit von Einträgen Abkürzungen, die zählen, und ein paar zusätzliche Minuten, um Audit-Historie und Unternehmenstransparenz eines Anbieters vor der Installation zu prüfen, sind eine vernünftige Gewohnheit, unabhängig davon, welchen Store Sie nutzen.

Unser Fazit

Diese Recherche erinnert nützlich daran, dass „verfügbar im App Store oder bei Google Play" nicht gleichbedeutend mit „geprüft sicher" ist. Bleiben Sie bei Anbietern mit echter Unternehmenspräsenz und veröffentlichten, namentlich genannten Audits, wie NordVPN oder Proton VPN, und behandeln Sie jeden VPN-Eintrag mit Dringlichkeit oder vagen Behauptungen als Grund, woanders zu suchen.

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